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Erwin Strittmatter, Der Laden
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In seiner autobiografisch gefärbten Romantrilogie verfolgt Erwin Strittmatter die Geschicke der Familie Matt und des Dorfes Bossdom vom Beginn der Weimarer Republik bis zur Zwangsvereinigung von SPD und KPD in der DDR und den Anfangsjahren des neuen Staates.
Inhalt: Die Familie Matt eröffnet 1919 im fiktiven Dorf Bossdom in der Niederlausitz einen Bäcker- und Kolonialwarenladen. Aus Sicht des Sohnes Esau Matt, dargestellt in einer mit mundartlichen Wendungen durchsetzten Sprache, erfährt der Leser alles über das Familienleben, über die Geschehnisse in Bossdom sowie über die Weltereignisse, deren Kunde und Auswirkungen bis in die Niederlausitz dringen.
Der erste Band berichtet von der Ankunft in Bossdom, der allmählichen Etablierung des Ladens und Esaus Kindheit. Im zweiten Band zieht der Junge in die Stadt Grodk, wo er, da ihn der Dorfschullehrer ans Gymnasium empfohlen hat, die höhere Jungenschule besucht. Am Ende geht er nach einer Auseinandersetzung mit einem Lehrer vorzeitig ab. Der dritte Band spielt in den Anfangsjahren der DDR. Esau, inzwischen selbst Vater, kehrt nach Bossdom zurück, da dort Land verteilt wird. Neben dem Aufbau des Sozialismus auf dem Land ist Esau damit beschäftigt, sich die Zeit zum Schreiben zu nehmen. Wichtig geworden ist aber auch das persönliche Glück jedes Einzelnen, wie es zum Beispiel in den Ehen Esaus und seiner Geschwister zu erkennen ist. Der Laden dient noch eine Zeitlang als Konsum, wird dann durch einen Neubau ersetzt und beherbergt schließlich nur noch die Poststelle.
Wirkung: Schon vor der Veröffentlichung des ersten Bandes las Strittmatter regelmäßig aus seinem Laden-Manuskript, wobei seine lebensnahe, die Schwierigkeiten nicht verschweigende Schilderung viel zum Erfolg beitrug. Die Fernsehverfilmung von Jo Baier 1998 machte den Roman schließlich auch im Westen Deutschlands populär.
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